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Anaplasmose

 

Die Hunde-Anaplasmose (granulocytäre Ehrlichiose) wird wie die Borreliose oder FSME durch den Holzbock, unsere heimische Zecke (Ixodes ricinus), während der Blutmahlzeit übertragen. Die Erreger dieser Krankheit sind Bakterien (Anaplasma phagocytophilum), die die weißen Blutkörperchen (Granulozyten) des Hundes zerstören. Die Symptome der Hunde-Anaplasmose sind unter anderem Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Ödeme in den Gliedmaßen, Beeinträchtigung des Zentralnervensystems und Blutarmut. Zusätzlich können Gelenkentzündungen auftreten. Etwa zwei bis fünf Prozent der heimischen Zecken sind in Deutschland mit diesem Bakterium infiziert, d.h. etwa jede 20.Zecke kann diese Krankheit übertragen. Regional kann die Durchseuchung unserer heimischen Zecken mit diesem Erreger noch höher sein und sogar bis zu neun Prozent betragen.

Die IKZ beträgt 8 - 20 Tage.
Der Deutsche Schäferhund ist als besonders empfänglich bekannt.
Eine akute Erkrankung dauert 2 - 4 Wochen, bleibt jedoch oft unbemerkt.
Es treten Fieberschübe bis 41 Grad C , Futterverweigerung, Atemstörungen, Lymphknotenschwellungen, eitriger Nasen- und Augenausfluß, Milzerkrankungen, Nervenerkrankungen und Krampfanfälle auf. Auch Muskelzuckungen, Gelenkentzündungen, Lähmungen von Hirnnerven oder der Nachhand werden sichtbar.
Ein Übergang in eine subklinische Form ohne deutliche äußere Krankheitserscheinungen jedoch mit Blutbildveränderungen sind möglich.
Nach 6 - 17 Wochen kann eine Heilung eintreten oder die Erkrankung in eine chronische Form übergehen. Dabei kommt es neben Blutbildveränderungen zu Spontanblutungen der Schleimhäute und inneren Organe.

Die Prognose ist ungünstig bei fortgeschrittenen Fällen, jedoch bei rechtzeitiger Behandlung günstig.
Bei der chronischen Form kann eine Erholung nach 3 Monaten eintreten.

Am 17.Juli 2009 wurde bei Woody Anaplasmose festgestellt. Wir haben ihn auf diese Krankheit testen lassen weil einige der o.g. Beschwerden bei ihm auftreten. Mein Bauchgefühl sagte mir, daß seine Leiden nicht nur von der Schilddrüsenunterfunktion kommen können.

 

Woody muß 2 x täglich 3 Tabletten Ronaxan im Abstand von 12 Stunden über mindestens 4 Wochen einnehmen. Kosten der 8 Pakete á 20 Tabletten= 110,00 Euro.

 

Ich füge hier einige Auszüge aus Woodys Tagebuch ein:

 

18.Juli 2009:

Um 19.00 Uhr hat er seine ersten 3 Tabletten, gut versteckt in Leberwurst :-) , bekommen. Wir hoffen das keine Nebenwirkungen auftreten. Jetzt liegt er in seinem Hundebett und schläft. Er hat nach der Tablettengabe sehr gut gefressen und auch von alleine getrunken. Gegen 21.00 Uhr bekommt er dann wie gewohnt seine Schilddrüsentablette. Heute früh und auch der Abendspaziergang waren recht gut, er ist flott gelaufen, hat nicht gelahmt.

 

19.Juli 2009:

So, die erste Nacht mit den Tabletten ist überstanden. Woody hat sie nicht wieder erbrochen.
Er war aber etwas unruhig die Nacht und heute früh ist er sehr müde und träge. Er schläft viel, bzw. döst vor sich hin. Der Morgenspaziergang verlief ruhig. Unterwegs hat er Trudi, eine süße Hündin getroffen. Großes Interesse bestand von Woodys Seiten leider nicht, er hatte keine Lust oder Kraft zum spielen. Die 3 Tabletten hat er heute morgen, gut in Leberwurst versteckt, eingenommen. Fressen will er mal wieder nicht, auch nicht seine geliebten Leberkekse :-( 

 

21.Juli 2009:

Es wird immer schwerer Woody zum Fressen zu bewegen. Er verweigert mittlerweile jede Art von Nahrung. Wenigstens hat er heute ausreichend getrunken.
Am Nachmittag hat er wieder viel Gras gefressen und sich dann erbrochen. Kam aber nur Schleim. Gegen Abend wurde er ganz unruhig und forderte seinen Spaziergang, das hat uns sehr gefreut. Er ist auch ganz gut gelaufen. Tagsüber hat er nur geschlafen. 

 

22.Juli 2009:

Er will einfach nichts fressen  Auch nicht seine Lieblingsgerichte, die ich ihm mit viel Liebe selber koche.
Verschiedene pflanzliche Mittel gegen die Übelkeit haben wir mittlerweile auch ausprobiert, doch nichts hilft.
Wichtig ist, daß er viel trinkt, doch dieses wird auch immer mehr zum Problem. Woody mag Alster (Bier) gerne und ab und zu wenn Herrchen mal ne Alster trinkt darf er die letzten Tropfen aus der Flasche lecken, das liebt er und somit kam uns eine Idee.....
Alkohlfreies Weizenbier! Vielleicht trinkt er ja das, da sind viele B-Vitamine drin.
Also haben wir schnell Bier besorgt und es ihm angeboten.....doof ist er ja nicht, hat sofort gemerkt das es kein Alster ist und nur einige Schlucke davon genommen. Langsam sind wir am verzweifeln.

 

Vorhin blieb mir fast das Herz stehen. Wir waren im Feld spazieren und auf einmal spritzt Blut aus Woodys Maul. Gottseidank war das Auto nur wenige Meter weit entfernt geparkt. Wir sind sofort zu unserer Tierärztin gefahren, die eigentlich keine Sprechstunde hatte. Sie war so lieb und hat Woody trotzdem untersucht.
Es waren keine Verletzungen am bzw. im Maul, Hals, Zähne/Zahnfleisch oder Zunge zu sehen. Magenblut war es auch nicht, dafür war es zu hell sagt unsere TÄ.
Die Blutung lies schnell nach und somit wissen wir nicht woher das viele Blut kam. Es war wirklich nicht wenig, der Kofferraum war vollgespritzt, seine Pfoten und am Maul lief es ihm richtig herunter. Es sah ganz furchtbar aus, ich zittere immer noch.
Manchmal sind Grashalme ja sehr scharfkantig und vielleicht hat Woody daran geleckt und es kam zur Verletzung.
Unser erster Gedanke war, er hat eine Magenblutung von den Tabletten "Ronaxan". 

23.Juli 2009: 

Woody geht es immer schlechter.
Mit Rücksprache der Tierklinik sollen wir für 2 Tage das Ronaxan 100 absetzen.

 

26.Juli 2009: 

Ab heute bekommt er wieder Ronaxan. Zusätzlich auch Ulcogant, das ist ein Magenschutzmittel, denn Ronaxan greift die Magenschleimhaut an. Die Tabletten haben viele Nebenwirkungen.

 

29.Juli 2009: 

Seit dem wir ihm die Ronaxan in einer sehr großen Menge Leberwurst verpackt geben und Ulcogant, verträgt er sie viel besser. Freiwillig nimmt er sie allerdings nicht ein, wir müssen sie ihm ins Maul legen und das Ulcogant, wie auch die Energiepaste werden mit einer Spritze ins Maul verabreicht.

 

3.August 2009:

Woody befindet sich endlich auf dem Weg der Besserung. Er frisst zwar immer noch nicht wieder regelmäßig aber immerhin alle zwei-drei Tage eine Miniportion. 

Er bekommt zur Unterstützung jetzt 3x täglich Calo Pet Energiepaste und Silymarin (Leberschutzmittel).
Trinken klappt super, das macht er ganz von alleine und auch ausreichend.
Sein Allgemeinzustand ist viel besser geworden. Er steht wieder morgens vor unserem Bett und quengelt, das ist ein sehr gutes Zeichen :-)
Insgesamt ist er aktiver, schläft nicht mehr so ganz so viel und zeigt wieder mehr Interesse an seiner Umwelt. Die Spaziergänge werden auch wieder länger. Doch bis wir wieder unsere 10 km schaffen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

 

11.August 2009: 

Noch bis zum 18.August muß Woody die Ronaxan einnehmen, dann haben wir es geschafft. Es geht ihm mittlerweile immer besser. Kein Erbrechen mehr und er schläft auch nicht mehr so viel. Was uns auffällt ist, er trinkt seit 2-5 Tagen unheimlich viel und streckt ständig seine Zunge raus.

 

30.August 2009: 

Montag wird wieder Blut abgenommen. Wir lassen auch den Anaplasmose Titer testen und hoffen das dieser und das gesamte Blutbild besser aussehen als wie beim letzten Mal. Insgesamt geht es Woody viel besser aber ganz der Alte ist er noch lange nicht. Er ist schnell erschöpft und er schläft immer noch recht viel aber bei weitem nicht so viel wie am Anfang. Fressen und Trinken klappen super, sein Appetit ist wieder gut. Kein Durchfall oder Erbrechen mehr und er lahmt auch nicht mehr, die Krämpfe sind nicht wieder aufgetreten.

Im Moment ist er wieder ängstlicher (klappt eine Tür, versteckt er sich sofort...) und sein Blick ist auch etwas "traurig", dieses kann aber mit der Schilddrüsentablette zusammenhängen und daher lassen wir auch noch einmal ein Schilddrüsenprofil erstellen. 

 

1.November 2009: Immer wenn wir dachten "Woody hat´s geschafft", die Krankheit besiegt, kommt ein Rückfall. 

Es gibt Tage da geht es ihm richtig gut, dann mal wieder "hängt er total durch". 

 

Er hat sogar schon zwei Mal wieder etwas gelahmt und vorgestern war er zusammengebrochen. Wir wissen nicht was der Grund war. Er fing plötzlich an zu wanken, ließ den Kopf hängen und sackte zusammen. Einen Tag vorher hatte er eine Wurmkur ( Profender) bekommen. Diese Wurmkur ist neu auf dem Markt. Evtl. kam der Zusammenbruch davon. Unsere Tierärztin war etwas ratlos, hat aber eingeräumt, daß diese Wurmkur starke Nebenwirkungen haben kann. 

 

Wir müssen uns wohl damit abfinden das unser Woody nie wieder der Alte werden wird. Die Anaplasmose sein Leben beeinflusst und immer mal wieder "aufflammt". Wir freuen uns wenn es ihm richtig gut geht und diese Tage genießen wir alle! :-) 

 

17.Februar 2010: Woody geht es gut. Die letzten Blutuntersuchungen waren soweit ok.





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