Wir verloren im November 2004 ein
sehr liebes Familienmitglied.
Die Trauer saß tief und ich (Heike)
kam über den Verlust einfach nicht hinweg. Ich habe mit ansehen müssen
wie die geliebte Person "mit dem Tod kämpfte" und diese
Bilder gingen mir einfach nicht aus dem Kopf, zumal dieses bereits
das 2.Mal war, daß ich solch eine Situation innerhalb kürzester
Zeit miterlebte.
Da fasste mein Mann am 15.Januar
2005 einen Entschluss: Ein Hund mußte her! Er sollte mich trösten
und über den Verlust hinweg helfen.
16.Januar 2005:
"Komm, zieh Jacke über, wir machen einen Ausflug!" Das
waren die Worte am frühen Sonntagmorgen. So nahm alles seinen
Lauf.........
Bis kurz vorm Ziel wußte ich nicht
wohin es ging, geschweige denn um was es ging.
Wir hielten auf einem Hof in
Vienenburg (Vorharz) an und als ich die Stallungen sah, da wurde
mir einiges klar.....ein Hund!
Ich bin als Kind mit einem Hund
(Mischling) aufgewachsen. Flocky hieß er und mein Mann wußte,
ich wünsche mir nichts mehr als einen Hund.
Ca. 10 kleine Welpen tummelten sich
im Stall. Sie eroberten ALLE mein Herz im Sturm und die
Entscheidung fiel mir sooooo schwer. Daher ließ ich meine Kinder
entscheiden und ihre Entscheidung fiel auf den kleinen knuffigen
Welpen mit den blauen Augen und den süßen Schlappohren.
Es war um uns geschehen.....Woody
war ab sofort unser neues Familienmitglied.
Zu diesem Zeitpunkt wußten wir noch
nichts von Woodys wahrer Identität, denn der Hundehändler
(welcher sich als Züchter ausgab) hat uns belogen und betrogen.
Gerne hätten wir Woodys Eltern mal gesehen, doch diese waren
angeblich unterwegs.
Woody wurde uns als Golden Retriever
Mischling für 160,00 Euro verkauft, denn diese Hunderasse wird ja
viel besser "an den Mann oder Frau gebracht" als ein Schäferhund
Mix oder gar einen Mali.
Malis sind keine Anfängerhunde
und brauchen einen Rudelführer mit Erfahrung (siehe
Malinois).
Dieser Hundehändler ist mehr als
verantwortungslos, er ist skrupellos und für ihn zählt nur das
schnelle Geld.
Leider darf ich aus gesetzlichen Gründen
hier nicht den Namen veröffentlichen.
Wir bekamen einen gefälschten
Impfausweis von ihm.
Das der Ausweis imitiert ist,
erfuhren wir aber erst später, nämlich als Woody
mit ca. 14 Wochen an Parvovirose
erkrankte.
Für Welpen besonders gefährlich,
weil in 80 Prozent der Fälle tödlich.
Woody verbrachte 10 Tage in der
Tierklinik und dort wurden wir auch darauf aufmerksam gemacht,
daß der Impfausweis nicht korrekt sein kann. Die Tierärzte
rieten uns Woody einschläfern zu lassen, da sie keine Überlebenschance
sahen und wenn doch, erhebliche Folgeerkrankungen.
Wir entschieden uns dagegen,
kratzten jeden Pfennig für die teure Behandlung zusammen und
verbrachten jede mögliche Minute in der 20 km entfernten
Klinik. Nach 10 Tagen durften wir ihn mit nach Hause nehmen, übern
Berg war er aber noch lange nicht. Weitere 4 Monate hatten wir
einen "Pflegefall" zu Hause. Er war sehr schwach,
hatte immer noch oft Durchfall und Erbrechen (aber nicht mehr
blutig). Abwechselnd hielten wir nachts Wache, flößten ihn mit
einer Spritze Wasser und Brei ein.
Es war eine sehr harte Zeit für
uns alle, doch wir bereuen keine Minute und würden immer wieder
so entscheiden. Woody dankt es uns mit seiner Treue, Anhänglichkeit
und Liebe. Und wenn auch von vielen "Hundetrainern"
behauptet wird, Hunde hätten keine Gefühle, das kann mir
niemand erzählen.....ich weiß es besser!
Wie es der Zufall damals wollte,
wurde in der Tierklinik ein kleiner Mischlingswelpe
eingeliefert. Er kam ins gleiche Zimmer wie Woody und wir
bemerkten das beide Hunde ganz aufgeregt waren, so als wenn sie
sich kennen. Sie freuten sich regelrecht und fiepten vor
sich hin.
Tatsächlich erfuhren wir über
Umwege, daß dieser kleine Welpe von dem gleichen Hundehändler
stammt wie unser Woody. Auch er hatte Parvo und Würmer (Giardien).
Leider überlebte er nicht, er starb noch in der Klinik.
Mehrmals versuchten wir mit dem
Verkäufer zu telefonieren, baten um eine Stellungnahme und
Aufklärung über Woodys wahrer Herkunft.
Er verweigerte jede Auskunft und
knallte nur den Telefonhörer auf.
Durch mühselige Kleinarbeit bekam
ich von sechs weiteren Käufern die Namen heraus und setze mich
mit diesen in Verbindung.
Alle 6 Hunde sind gestorben. Fünf
an Parvo und ein Hund mußte später wegen Aggressivität (hat
sein Frauchen schwer verletzt) eingeschläfert werden.
Wir schalteten verschiedene
Organisationen ein, auch eine Strafanzeige erstatten wir.
Recherchen ergaben das Woody und
insgesamt 12 weitere Welpen in kleinen Holzkisten aus Polen nach
Vienenburg kamen. Eingepfercht und viel zu früh von der Mutter
getrennt. Gekauft auf dem Polenmarkt für 5,00 Euro.
Wir konfrontierten den Händler
mit unserem Wissen, daraufhin bekamen wir Drohungen die uns
wirklich Angst machten. Wir übergaben die Angelegenheit (was für
ein unpassendes Wort) der Staatsanwaltschaft, diese leitete
Kontrollen ein. Leider wurde Herr XYZ gewarnt, davon sind wir überzeugt
und somit wurde kein Verstoß gefunden. Die Strafanzeige wurde
eingestellt, was uns sehr traurig macht.
Noch heute inseriert der Hundehändler
in Tageszeitungen und verkauft weiterhin Welpen. Ein Klick bei
Google "Hundehändler Vienenburg" und man erfährt so
einiges über den "sauberen Herrn".
Wir können es einfach nicht
nachvollziehen warum die Verfahren so schnell eingestellt
wurden. Alle sechs Käufer die ich ausfindig machen konnte waren
bereit gegen den Hundehändler auszusagen und trotzdem hatten
wir keinen Erfolg.
Ist wirklich so wenig Interesse
von Seiten des Staates vorhanden?